Was ist deine Motivation hinter dem Weg ins Gym? Ist es, weil dir das Training im Gym Spaß bereitet, verfolgst du ein spezielles Ziel oder möchtest du aus deinem Alltag für eine Zeit entfliehen und deinen Stress abbauen? Falls du das Training nutzt, um Stress abzubauen, bist du definitiv genau richtig!

Jeder hat seine Stressoren. Diese können mental, emotional oder physisch sein. Mentaler Stress entsteht bei kognitiven Beanspruchungen, zum Beispiel Denken, Konzentrieren und Erinnerungen an negative Ereignisse. Angst, Selbstzweifel oder Versagensängste sind emotionale Stressoren. Sämtliches körperliches Training ist physischer Stress, harte körperliche Arbeit oder intensives Training beispielsweise.

Ein intensives Training bei physischem Stress nach harter körperlicher Einheit, die dem Körper weiteren physischem Stress gibt, kann dementsprechend negativ wirken. Was dabei beachtet werden sollte in der Planung: Die intensive Einheit auf einen Tag zu legen, der den Körper nur mit wenig physischen Stress belastet und zusätzlich ausreichend Regenerationszeit zulässt. Das kann ein Freitag oder ein Samstagmorgen sein, wenn von Montag bis Freitag gearbeitet wird. Während der Arbeitswoche bietet sich eher ein regeneratives Training für die ohnehin belastete Muskulatur an oder ein konträres Ausgleichsprogramm. Für intensive Handwerksberufe kann das Training unter der Woche auf eine low-impact Einheit auf dem Fahrrad oder beim Schwimmen mit regenerativen Effekten und leichtes Krafttraining aufgeteilt werden, während am Wochenende intensives Krafttraining absolviert wird.

Bei mentalem Stress bietet es sich im Gym an ein Training ohne hohe kognitive Beanspruchung zu absolvieren. Das heißt, Maximalkrafttraining weglassen, keine koordinativen, hochkomplexen Übungen einbauen. Beim Training unter hohem mentalen Stress sollten eher Basisbewegungen trainiert werden, dies kann auch etwas schwerer sein. Nur eben nicht unter maximaler Last. Kraftausdauertraining oder maschinengestütztes Training bietet sich dabei optimal an.

Bei emotionalem Stress sieht das ganze etwas anders aus. Dort kann gerade intensives Training vom Stress befreien. Emotionen, vor allem aufbrausende Emotionen, sorgen dafür, dass wir über unsere Leistungsgrenzen kommen. Die Leistungsgrenzen, von denen ich dabei spreche, sind die, die wir uns in unserem Kopf selbst setzen. Durch ein intensives HIT-Training, Maximal- oder Schnellkrafttraining können positive Emotionen entstehen. Von diesen profitiert unser Wohlbefinden und damit wir selbst. Zu beachten ist dabei nur, dass die negativen Emotionen und der resultierende Stress kontrolliert sind. Damit meine ich, dass kein „Auf Teufel komm raus“ Training wird, sondern die Emotionen bewusst genutzt werden, um Leistungen im Training abzurufen.

Egal welche Art von Stress dich begleitet im Training, wichtig ist, dass das Training aufrecht gehalten wird. Fast noch wichtiger ist, da jeder anders gestrickt ist in seinem Denken, Fühlen und Handeln: Finde deinen optimalen Weg, um den Stress bestmöglich zu regulieren und deine Leistung im Training zu steigern. Lass mich gern wissen, welche Art von Stress dich beschäftigt und welche Methoden du bisher integrierst, wenn du dich gestresst fühlst. Wenn du magst, teile diesen Beitrag gern mit einer Person, die oft gestresst ist. Warum manche Menschen besser mit Belastungen umgehen als andere, schauen wir uns nächste Woche an.

Lies auch: Training & Emotionen: Wie Bewegung deine mentale Stärke beeinflusst – Kai Oehmichen Coaching


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